WAHLPROGRAMM

BEIHILFEN, die Studieren möglich machen.

STUDIENBEDINGUNGEN, die allen Studierenden gerecht werden.

WOHNRAUM, der für alle Studierenden leistbar ist.

Zeit für soziale Sicherheit.


Bildung ist ein Menschenrecht - so auch ein Studium. Die jetzigen Grundvoraussetzungen erschweren den Zugang zum Studium allerdings für viele: die Beihilfen sind zu niedrig und unsere Studienpläne machen es unmöglich nebenbei zu arbeiten oder sich um die Familie zu kümmern. Auch die Wohnkosten sind eine immer teurer werdende Belastung für junge Erwachsene. Für viele ist es deswegen gar nicht denkbar, ein Studium anzufangen - viele andere müssen ihr Studium aus finanziellen Gründen abbrechen. Es ist Zeit, diese Ungerechtigkeiten endlich zu beseitigen. Es ist Zeit, dass endlich alle, die wollen, studieren können! Es ist Zeit für echte soziale Sicherheit! Damit sich niemand mehr zwischen warmem Essen  und Studieren entscheiden muss.

Weg mit den Studiengebühren!

Die Studiengebühren sind eine der größten Hürden, um Studieninteressierte und Studierende aus Arbeiter_innen- oder Mittelschicht-Familien von den Hochschulen fern zu halten - und weiters auch ausländische Studierende. Studiengebühren verschaffen

den Hochschulen weder ein größeres Budget, noch sichern sie einen fairen Zugang zu

Bildung. Wir haben es satt, ständig Steine in den Weg gelegt zu bekommen. Wir fordern die Abschaffung aller Studiengebühren und stehen bedingungslos für den freien und offenen Hochschulzugang für wirklich alle ein!


Beihilfen, die echte Hilfe bieten.

Ein funktionierendes Beihilfensystem ist der Grundstein für ein faires und sicheres Studium für alle.Die Studienbeihilfe ist allerdings jahrelang nicht an die Inflation angepasst worden und daher viel zu niedrig.  Außerdem ist sie nur für Studierende eines bestimmten Alters zugänglich und erfordert hohe Leistungsnachweise. Das muss sich ändern! Das Beihilfensystem muss im Jahr 2021 ankommen und endlich allen Studierenden Hilfe und Verlässlichkeit bieten. Wir fordern die Abschaffung der Altersgrenzen für Familien- & Studienbeihilfe und die Anpassung der Mindeststudienzeit inklusive Toleranzsemester an die Regelstudienzeit. 


Gratis Krankenversicherung

Wusstest du, dass man ab dem Alter von 27 nicht mehr über die eigenen Eltern mitversichert sein darf? Spätestens ab dann müssen wir unsere Krankenversicherung aus eigener Tasche finanzieren können - viele schon viel früher. Und das, obwohl sich neben einem Studium kaum ein Job ausgeht. Klimakrise, Coronakrise, Bildungskrise – das ist unsere Realität. Wer weiß schon, was noch alles passieren kann? Wir wissen zumindest, was auf jeden Fall passieren muss: Wir müssen uns darauf verlassen können, nicht vor dem Existenz-Aus zu stehen, sollten wir krank werden oder einen Unfall haben. Soziale Sicherheit heißt auch versichert sein. Wir fordern eine kostenlose Krankenversicherung für alle Studierende. 


Gender Pay Gap schließen! // Frauen* verdienen mehr!

In Österreich verdienen Frauen* durchschnittlich 19,3% weniger als Männer*. Dieser Lohnunterschied macht sich auch bei uns Studierenden bemerkbar. Laut einer Studie aus 2019, zeigt sich schon im Studium, dass Frauen* durchschnittlich 6.000€ weniger Lohn erwarten als ihre männlichen Kollegen*. Erwerbstätige Studentinnen* verdienen laut Studierendensozialerhebung 2015 10% weniger pro Arbeitsstunde. Nur 24% der Frauen* werden für ihre Praktika entlohnt, im Gegensatz dazu aber fast die Hälfte der Männer*. Frauen* sind aus diesen und vielen weiteren Gründen eher gefährdet, in unsicheren Verhältnissen zu studieren. Wir fordern eine Offenlegung der Gehälter an unseren Hochschulen, um Lohnungleichheiten gezielt entgegenwirken zu können.

Zeit für:

  • Weg mit den Studiengebühren
  • Beihilfe, die echte Hilfe bieten
  • Gratis Krankenversicherung
  • Gender Pay Gap schließen

Zeit für gerechte Studienbedingungen.

Oft kommt es uns im Studienalltag so vor, als seien viele Dinge in unserem Hochschulsystem unveränderbar. Wir sitzen immer in denselben Hörsälen, wie bereits Studierende Jahrzehnte vor und wahrscheinlich Jahrzehnte nach uns. Wir müssen immer noch harte Zugangsbeschränkungen überwinden und sind mit einer absurd hohen Erwartungshaltung konfrontiert. Doch all diese Missstände müssen nicht zu unserem Hochschulalltag gehören. Unsere Studienbedingungen sind veränderbar und es ist schon lange an der Zeit, dass sich so einiges verändert: Es ist Zeit für gerechte Studienbedingungen.

Arbeiter_innenkinder an die Hochschulen.

Arbeiter_innenkinder werden immer noch von den Hochschulen ferngehalten. Schon alleine die Matura schreiben nur 37% der Kinder aus Arbeiter_innenfamilien, beim Bachelorstudium sinds 22% und bis zum Beginn eines Doktorats sind es weniger als 1%. Das zeigt uns, Bildung ist noch lange kein Recht für alle Menschen, sondern nur für die Reichen. Das zu ändern, ist unsere Kernaufgabe. Wir wollen, dass Studieren auch abseits von Floskeln für alle möglich und leistbar wird. Wir fordern zahlreiche staatliche Fördermaßnahmen für Arbeiter_innenkinder, um die sozialen Ungerechtigkeiten auszugleichen. Das heißt, es braucht neben ausreichend finanzieller Unterstützung auch kostenlose Lernangebote an den Hochschulen, um wichtige Soft Skills, die in einer akademischen Karriere vorausgesetzt werden, lernen zu können. Dazu gehören auf jeden Fall Workshop- & Beratungsangebote zum Thema Lernmethoden, Rhetorik und Präsentationsskills, sowie Projekt- & Zeitmanagement.


Teilzeitstudium macht’s möglich.

Gerechtigkeit heißt, dass wir uns nicht zwischen Studium und Existenzsicherung entscheiden müssen. Das Teilzeitstudium macht's möglich. Im  VSStÖ-Teilzeitstudium soll man als Student_in Semester für Semester die Wahl haben, vorab zu entscheiden, ob man Vollzeit oder Teilzeit studiert - oder das Studium für ein Semester pausiert. Somit hat man die dringend notwendige Flexibilität, die man braucht, um Erwerbstätigkeit und Studium zu vereinbaren -  und zwar so, dass weder Job, Studium noch Gesundheit negativ beeinflusst werden. Wir fordern die Einführung eines Teilzeitstudiums, damit alle, egal in welcher Lebenssituation sie sind, studieren können!


Lernplätze für alle!

Lernen braucht Platz. Ein Studium setzt automatisch voraus, dass man Zeit und Lust darauf hat, am Schreibtisch zu arbeiten - und darüber hinaus, wird selbst der Platz und Schreibtisch vorausgesetzt. Lernplätze in Hochschulgebäuden und Bibliotheken reichen momentan bei Weitem nicht. Schon gar nicht, wenn durch Corona die Personenanzahl in öffentlichen Räumen niedrig gehalten werden muss. Wir brauchen die Sicherheit, stets Platz an der Hochschule zu haben. Wir fordern den Ausbau der Infrastruktur zum Lernen, Lesen, Pause machen, ohne dem ständigen Konsumzwang, wie zum Beispiel in Cafes und Restaurants. Jede Hochschule muss dafür sorgen, dass alle ihre Student_innen jederzeit einen Platz zum Lernen finden: Bestenfalls an jedem Hochschulstandort & Corona-konform.



Frauen*förderung // Frauen* an die Hochschulen!

53% aller Studierenden sind Frauen*. Der Frauenanteil in den Geistes- und Kulturwissenschaften liegt sogar bei 71%, in den Ingenieurswissenschaften jedoch nur bei 29%. Der Anteil der Forscherinnen* liegt bei 30%, von Professor_innen sind gerade einmal 23% weiblich*. An technischen Universitäten beträgt der Professorinnenanteil 9%. Klassische Geschlechterbilder und patriarchale Strukturen an den Hochschulen sind Gründe für die sogenannte „Leaky Pipeline“, die Frauen strukturelle Barrieren in den Weg legtund eine wissenschaftliche Karriere verbaut. Diese Zahlen machen deutlich, dass Frauen* in allen Fachbereichen gefördert werden müssen. Wir fordern verpflichtende Frauen*förderungspläne an allen Hochschulen.

Zeit für:

  • Arbeiter_innenkinder an die Hochschulen
  • Teilzeitstudium
  • Lernplätze für alle
  • Frauen*förderpläne

Zeit für digitalisierte Hochschulen.

Es ist Zeit, dass wir durch hybrides Studieren endlich die Flexibilität und Wahlfreiheit im Studium bekommen, die wir wirklich dringend brauchen. Studieren während der zahlreichen Lockdowns hat uns gezeigt, dass durchgehendes Distance Learning ohne größeren Plan dahinter nicht funktioniert und qualitativ noch ein großer Aufholbedarf vorliegt. Digitalisierte Uni darf nicht nur Distance Learning heißen und das wars. Der Schlüssel Digitalisierung kann uns viele Türen öffnen - wenn man ihn richtig verwendet. Wir sehen die Chance, durch die Digitalisierung die Hochschulen zu demokratisieren, barrierefreier und inklusiver zu gestalten.

Flexibilität durch Digitalisierung.

Digitalisierte Uni soll uns die Chance geben, frei zusammenstellen zu können, wie viel wir in Präsenz machen können und welche Lehrveranstaltungen doch lieber online. Durch diese neu gewonnene Freiheit können auch andere Verpflichtungen z.B. Arbeit besser mit dem Studium vereinbart werden. Wir wollen endlich die Wahlfreiheit bekommen, die uns zusteht! Wir wollen, dass jede Lehrveranstaltung, online / hybrid / in Präsenz mit ausreichender Kapazität angeboten werden und wir uns Semester für Semester selbst unseren Stundenplan zusammenstellen können - damit wir uns die richtige Mischung aus Distanzlehre und Präsenzlehre erstellen können. Wir fordern einen flexiblen Stundenplan, der den Ansprüchen einer digitalisierten Gesellschaft gerecht wird!


Soziale Sicherheit auch digital.

Alle Aspekte des Studierens müssen für jede_n zugänglich sein. Dazu gehört auch die digitale Lehre. Wenn Hochschulen sich dazu entschließen, digitales Lehrangebot bereitzustellen, dann muss sichergestellt werden, dass für Studierende keine Zusatzkosten entstehen. Digitale Uni darf nicht teurer sein als Präsenz-Uni. Deshalb fordern wir einen Digitalisierungsbonus für uns Studierende. Dieser soll mit 300€ pro Jahr Grundausgaben wie Internet und Zubehör abdecken. Wenn sich mit diesem Grundbetrag nicht alle notwendigen Anschaffungen ausgehen, soll es eine Möglichkeit geben, über Beantragung größere Kosten, wie für einen Laptop oder Reparaturen, abzudecken. Außerdem müssen alle Lizenzen für Programme und Software von der jeweiligen Hochschule gratis bereitgestellt werden.


Wissen muss digitalisiert werden.

Seit dem es das Internet gibt, werden in Sekundenschnelle Unmengen an Informationen geteilt und verbreitet, Social Media Plattformen vermehren sich kontinuierlich und die Nutzer_innenzahlen jener Plattformen steigen um das Millionenfache. Die Welt ist also im Internet angekommen, aber wo bleiben die Unis? Wo bleibt der Zugang zu den Ressourcen und dem Wissen, das an öffentlichen Universitäten erschaffen wird? Öffentlich finanzierte Hochschulen sollen auch ihr Wissen öffentlich transparent und zugänglich gestalten! Wir fordern, dass alle öffentlichen Hochschulen ihre Bibliotheken und Forschungsarbeiten, sowie Forschungsergebnisse digitalisieren und online für die Öffentlichkeit zugänglich machen. 



Kinderbetreuung sicherstellen // Mehrfachbelastung vermeiden!

2.800 Studierende in Österreich sind alleinerziehend – hierbei handelt es sich fast ausschließlich um Frauen*. Alleinerzieherinnen* sind mitunter am stärksten von finanziellen Schwierigkeiten betroffen. Nur 39% der studierenden Eltern geben an, an ihrer Hochschule ein Kinderbetreuungsangebot zu haben. Fast die Hälfte der studierenden Mütter kann sich keine Kinderbetreuung leisten. Schulen und Kindergärten sollten zwar während der Lockdowns die Kinderbetreuung für berufstätige Eltern garantieren, in der Realität mussten jedoch viele Kinder zu Hause bleiben, was für Studierende in der Fernlehre eine große Zusatzbelastung darstellte. Ein Studium muss sich mit Betreuungspflichten vereinbaren lassen – darum fordern wir ausreichend kostenlose Kinderbetreuung, die auch während des Distance Learning sichergestellt ist.

Zeit für:

  • Flexibilität durch Digitalisierung 
  • Soziale Sicherheit auch digital
  • Digitalisiertes Wissen
  • Kinderbetreuung sicherstellen

Zeit für psychische Entlastung. 

Wir studieren, um uns zu bilden, um uns zu entfalten und unseren Talenten sowie Interessen nachzugehen. Doch dieser selbstbestimmte Bildungsanspruch geht im Studium oftmals total verloren. Denn der Regierung ist nur wichtig, uns schnellstmöglichst auszubilden und für die Wirtschaft zu verwerten. Unsere Stärken, unsere Gesundheit und schließlich wir selbst zählen in diesem System kaum bis nichts. Es ist offensichtlich, dass hier mit dem jahrzehntelang steigenden Leistungsdruck ein riesiger Problemherd entstanden ist – darunter leidet besonders unsere Psyche. Es ist Zeit, diese Probleme und Problemursachen beim Namen zu nennen und jegliches Tabu aufzubrechen. Es ist Zeit, sich einzugestehen, wie gefährlich der Leistungsdruck an Hochschulen tatsächlich ist - und vor allem ist es Zeit, diese Probleme zu lösen und endlich ein angstfreies Hochschulsystem zu schaffen, das nicht psychisch kaputt macht.

Gratis Psychotherapieplätze.

Wir sind die "Zukunft von morgen", aber was bringt uns diese Zukunft, wenn wir total überarbeitet und erschöpft sind? Dass von einem Großteil von uns Studierenden die psychische Gesundheit leidet, ist kein Zufall, sondern das Produkt eines Bildungssystems, das kontinuierlich selektiert und auf Leistungsdruck aufbaut. Social Distancing und Distance Learning haben bei vielen von uns den psychischen Stress noch weiter verstärkt. Momentan werden wir mit diesen Problemen aber viel zu sehr allein gelassen. Das wollen wir ändern! Jede_r hat es verdient, Ressourcen und Unterstützung da zu bekommen, wo es uns weh tut. Wir fordern kostenlosen Zugang zu Psychotherapie für Studierende. Studierende, die Diskriminierungserfahrungen machen, sind hier oft besonders stark betroffen. Darum braucht es außerdem (gender-)sensible Beratungs- und Therapieangebote.




Bildung statt Ausbildung.

Der Leistungsdruck an den österreichischen Hochschulen steigt stetig: Beispielsweise durch eine Mindeststudienzeit abseits der Realität oder es drohen finanzielle Sanktionen, wie Studiengebühren, wenn man diesen überfordenden Ansprüchen nicht gerecht wird. Wir fordern eine Hochschule, die der Selbstverwirklichung und Wissenschaft dienen, nicht bloß der Wirtschaft! Deshalb ist es höchste Zeit, die Mindeststudienzeit zu überdenken. Es ist doch absurd, dass alle Studierende in jedem Studiengang genau gleich lang für ein Studium brauchen müssen - obwohl wir wissen, dass es einige Studiengänge gibt mit beispielsweise mehr Praxisbezug, wo eine dreijährige Mindeststudienzeit viel zu eng geschnürt ist. Wir fordern eine Evaluierung der echten Mindeststudienzeit, wie lange Studierende in der Regel brauchen und eine Anpassung der jetzigen Mindeststudienzeit und Toleranzsemester an die Regelstudienzeit.



Angstfreie Prüfungen.

Prüfungsängste haben wir alle wohl mehr oder weniger ausgeprägt. Zu Unrecht fühlen wir uns aber selbst schuld daran, diese Ängste zu haben. Klar ist jedoch: Wir haben diese Ängste nicht, weil wir faul und unorganisiert sind, sondern weil wir unter zu viel Druck gesetzt werden. Um all dem entgegenzuwirken brauchen wir mehr Flexibilität im Studium! Uns darf nicht über unser gesamtes Studium hinweg mit Selektion und Zwangsexmatrikulation gedroht werden. Wir fordern mehr Prüfungstermine pro Semester und eine Abschaffung von Knock-Out-Prüfungen.


Sensibilisierungsschulungen // Antisexismus muss Praxis werden!

In einer Studie gaben 27 % der Studentinnen* an, schon mindestens einmal im Hochschulkontext diskriminiert worden zu sein. 10 % der Gesamtstichprobe führt das hauptsächlich auf ihr Geschlecht zurück. Übergriffe an Hochschule reichen von anzüglichen Kommentaren in Lehrveranstaltungen und sexistischen Sprüchen über unerwünschte Nachrichten bis hin zu körperlichen Übergriffen. Damit sexistische Bemerkungen und demütigende Übergriffe aus dem Hochschulalltag verbannt werden, braucht es Strukturen, die Sexismus und weiteren Diskriminierungsformen entgegenwirken. Durch Sensibilisierungskurse und -workshops können Thematiken wie Geschlechtervielfalt  und Gleichberechtigung ins Bewusstsein der Lehrenden und dem allgemeinen Hochschulpersonal gebracht werden. Antisexismus muss auch in der Gestaltung der Lehre Praxis werden!

Zeit für:

  • Gratis Psychotherapieplätze
  • Bildung statt Ausbildung
  • Angstfreie Prüfungen
  • Sensibilisierungsschulungen 

Zeit für zukunftsreife Projekte auf der ÖH!

Die Interessensvertretung der Studierenden in der Politik ist ein großer Teil der ÖH Arbeit. Deshalb möchten wir politisch mitmischen und uns auf jeder Ebene für die oben genannten Forderungen stark machen. Wir wollen die Dinge aber auch selbst in die Hand nehmen. Wir möchten mittels eigenen Projekten, die wir als ÖH umsetzen, eng mit Studierenden zusammenarbeiten und gleichzeitig als Student_innenschaft unsere eigenen Schritte in Richtung Zukunft setzen!

Wir wissen, guter Service, wie beispielsweise gute Beratung, passiert nicht von selbst. Auch darauf möchten wir unser Augenmerk legen, in dem wir das breit gefächerte Beratungsangebot der ÖH im Stand halten und bedarfsorientiert ausbauen - vor allem online! Wir müssens wohl kaum wiederholen: die Corona-Pandemie hat uns verdeutlicht, wie wichtig, eine starke digitale Infrastruktur auf der ÖH ist. Hier gilt es, neue Möglichkeiten auszuprobieren, wie online Beratung zugänglicher, barriereärmer und unkomplizierter gestaltet werden kann. Außerdem ist uns wichtig, die ÖH Website als Kommunikationskanal zu Studierenden zu überdenken und noch deutlicher Neuigkeiten, sowie aktuelle Meldungen wie auch auf dem Schwarzen Brett und eine transparente Jobbörse für Studierende einzurichten.

65% der Studierenden in Österreich sind momentan neben dem Studium erwerbstätig und sollten sich nicht zwischen Existenzabsicherung und Studium entscheiden müssen. Wir sind überzeugt, dass die Einführung eines Teilzeitstudiums mehr Flexibilität und Freiheit im Studium schafft und gleichzeitig Leistungsdruck und finanziellen Druck für uns Studierende abbaut. Es soll für alle möglich sein, Semester für Semester frei zu entscheiden, ob man Vollzeit- oder Teilzeitstudent_in sein möchte - oder ob man das Studium pausieren will. Auch darüber hinaus soll das Teilzeitstudium möglichst alle Bedürfnisse von uns Studierenden abdecken. Deshalb möchten wir als ÖH das Pilotprojekt Teilzeitstudium in die Hand nehmen und uns intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Dabei soll vor allem auf uns Studierende selbst gehört werden: Mittels einer Befragung zum Teilzeitstudium möchten wir ermitteln, wo denn Wünsche, Sorgen, Bedürfnisse und Ideen liegen für ein detailliertes ÖH Teilzeit-Modell. Das daraus entstehende ÖH Teilzeitmodell werden wir dann in die breite Öffentlichkeit und Politik tragen!

Unser gesamtes Bildungssystem baut noch immer auf sozialen Barrieren und sozialer Selektion auf. Wir müssen dringendst überdenken, welchem Teil der Gesellschaft momentan die Türen zu akademischen Berufen vor der Nase zugeknallt wird und wie man es schafft, einen kostenlosen, fairen und barrierefreien Zugang zu Bildung sowie Hochschulbildung zu ermöglichen. Wir sind nicht die ersten, die sich diesen Fragen widmen - und wir wollen auch nicht die letzten sein. Ganz im Gegenteil: Wir wollen Studierende dazu anregen, sich in ihrem Studium und vor allem im Rahmen der wissenschaftlichen Arbeiten, die Teil des Studiums sind, damit auseinander setzen. Als ÖH werden wir einen Fördertopf einrichten, der alle Studierende finanziell unterstützt, die in ihren wissenschaftlichen Arbeiten, wie Forschungsarbeiten oder Abschlussarbeiten, einen Fokus auf sozialpolitische Aspekte in der Bildung allgemein oder in verschiedenen Bildungssystemen legen. Es ist nämlich höchste Zeit, dass alle, egal wie viel Geld sie oder ihre Eltern haben, studieren dürfen!